Warum so viele Ausbildungsabbrecher


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02 May

Die gute alte deutsche Facharbeiterausbildung!

Warum gibt es mittlerweile so viele so viele Ausbildungsabbrecher?

Diese Frage stellen wir uns schon seit Jahren. Inzwischen sind wir soweit das der Facharbeitermarkt unterbesetzt ist, Unternehmer auf untrainierte Kräfte ausweichen müssen was wiederum eine Unzufriedenheit bei den Kunden hervorruft. Die Frage die sich hier stellt wäre: „Woran liegt es das junge Menschen kein Interesse an einer fundierten Facharbeiterausbildung haben oder diese gerne mal abbrechen?“

Im Spiegel liest man: „Am höchsten sei der Anteil der Abbrecher bei angehenden Sicherheitsfachkräften mit 50,6 Prozent, am niedrigsten mit 4,1 Prozent bei Azubis, die Fachangestellte in der Verwaltung werden wollen, heißt es in dem Bericht weiter.“

„Besonders betroffene Berufsgruppen sind Köche, Restaurantfachkräfte oder Friseure - in diesen Jobs schmeißt sogar etwa jeder zweite Azubi hin.“

Die Agentur für Arbeit schreibt zu diesem Thema: „Probleme in der Berufsschule (zum Beispiel Prüfungsangst oder schlechte Noten), Probleme im Ausbildungsbetrieb (etwa wenn du Arbeiten erledigen sollst, die nicht zur Ausbildung gehören oder wenn du gemobbt wirst), Persönliche Schwierigkeiten (vielleicht gibt es finanzielle Probleme) oder Probleme mit dem gewählten Beruf (zum Beispiel mit den gesundheitlichen Anforderungen).“ https://www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/ausbildung-sorgen-probleme

Eine interessante Entwicklung die sich zu diesem Thema zeigt. Jedoch zieht nicht jeder Betrieb mit den Bedürfnissen des Marktes mit. Eine Generation hat sich wiedermal verändert, kleinere Betriebe erkennen dies oftmals nicht und „verbrennen“ unbeabsichtigt aufgrund der Unwissenheit ihre Auszubildenden. Ein Auszubildender kostet natürlich, jedoch wenn ein junger Mensch durch gutes Training und Einsatz geformt ist, unterscheidet sich der  Auszubildende nicht mehr so sehr von den Ausgelernten.

Geduld und Einsatz ist gefragt, für kleine Unternehmen recht kostspielig. Jugendmarketing Experte Jacob Osman sagt zu diesem Thema: „Wenn qualifizierte Jugendliche sich den Ausbildungsplatz aussuchen können, müssen gerade kleine Unternehmen auf sich aufmerksam machen. „Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft sieht bald so aus: etwa 20 Jahre alt, weiblich oder männlich, digital vernetzt, freizeitliebend, halbwegs gut gebildet, nicht zwingend karrierewillig. Die sogenannte Generation Z ist in Zeiten des Nachwuchskräftemangels hochbegehrt. Aber wie rekrutiert man Leute, die sich ihre Ausbildungsplätze praktisch aussuchen können?

Wie motiviert man junge Menschen zur Berufsausbilung? Wie motiviert man die kleinen und mittelständischen Unternehmen sich auf die Generation Z einzustellen und die Ausbildung, Betriebsklima, Training entsprechend den Bedürfnissen anzupassen?

Ein weiteres Problem ist der Migrationsmarkt. Diese sind willig eine Ausbildung anzunehmen, die Sprache ist zeitweise ein Hindernis, jedoch das größte Hindernis sind die Anforderungen des Schulabschlusses. Da diese Gruppe junger Menschen sich noch nicht so lange in Deutschland aufhalten, die Deutsche Sprache erst erlernen müssen, stehen sie den Fähigkeiten und Kenntnissen ihrer deutschen Peers hinten an. Hier wird meiner Meinung nach ein Fehler begangen. Diese jungen Menschen haben großes Potential und sind oftmals willig. (nicht immer, aber das ist bei der deutschen Generation Z nicht anders) Was müsste hier investiert werden damit das Unternehmen eine Chance hat, jedoch auch der junge Mensch? Hier werden wir einmal die Schulen befragen.

„Focus Money“ sagt hierzu: Tausende Flüchtlinge absolvieren eine Ausbildung in deutschen Firmen, kämpfen aber oft mit fehlenden Sprachkenntnissen. Industrie und Handwerk fordern daher, der Bund solle berufsbezogene Sprachkursangebote für Flüchtlinge ausbauen. Gerade in ländlichen Regionen dürfe keine starre Mindestgröße für Sprachkurse gelten, sagte Stefan Hardege, Leiter des Referats für Arbeitsmarktthemen beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Zudem müssten sich Kurszeiten besser mit betrieblichen Ausbildungseinheiten vereinen lassen. „Hilfreich sind Sprachangebote, die in der Berufsschule oder den überbetrieblichen Bildungszentren vor oder während der Ausbildung zur Verfügung stehen“, erklärte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZdH).

https://www.focus.de/finanzen/karriere/perspektiven/berufsausbildung/ausbildungen-haeufig-abgebrochen-jobs-fuer-fluechtlinge-industrie-und-handwerk-haben-klare-forderung-an-regierung_id_8728343.html


Katja Dunn: Investieren! Sprachangebote, der Schlüssel zur Bildung. Rassismus oder Ausgliederung hat hier nichts zu suchen, ein Land ist nur so produktiv wie der Bildungsstand seiner Bewohner. So ist das nun mal. Lebenslanges Lernen und ein hoher Bildungsstand ist in Deutschland sehr bedeutend, jedoch wird es derzeit vernachlässigt. Junge Menschen wünschen sich ein neues Schulsystem. Viele Eltern und Schüler sind mit dem dreigliedrigen Schulsystem nicht mehr einverstanden, insbesondere die Verantwortung der Bildung den einzelnen Ländern zu überlassen erscheint nicht mehr zeitgerecht. Zu viele verschiedene Bildungsstandarte in einem kleinen Land. Inzwischen gibt es viele neue Wege des Lernens, aber die derzeitige Generation die die Verantwortung trägt, wohl meine eigener Jahrgang, lässt es nicht immer zu.


Ich finde es super das wir junge Menschen in anderen Ländern ausbilden, ganz nach dem deutschen Ausbildungssystem, und diese Menschen in Deutschland integrieren damit die Qualität nicht leidet. Könnten wir das nicht auch hier in D schaffen? Ich meine unsere Jugend dazu motivieren sich durch eine Ausbildung zu bilden – der Weg eines Studiums oder einer Weiterbildung steht immer offen.

Nochmals kurz zu dem Thema „Mittelständische Unternehmen“. Wussten Sie das die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) zur Jahresmitte bereits 700 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt hat? Das „Forum“ hat Herrn Stenger interviewed und dieser äußerte: Das Wirtschaftsförderungsprgramm „GRW“ läuft im ersten Halbjahr richtig gut. Das betrifft sowohl die große als auch die kleine Richtlinie, also die breite Förderung des Mittelstandes. Der Innovationsgutschein für Digitalisierungsmaßnahmen BIG Digital, ist weiterhin der Renner. Das Thema Digitalisierung ist in vielen Betrieben praktisch angekommen. Das Programm RENplu ist ebenfalls hochgefragt.

Welche Veränderungen wünschen Sie sich?

Die GWR ist ein einem Bundesgesetz geregelt. Das stammt aus einer Zeit, in der wir überall Arbeitsplatzregelungen hatten. Heute haben wir eher Fachkräftemangel und die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt. Wenn man dann eine Förderung an die Voraussetzung knüpft, dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden müssen, dann ist das im Einzelnen schwierig. Mehr im  FORUM 9/2019 S. 50

Am Schluss möchte ich zusammenfassen das eine Offenheit für neue Wege schon vorhanden ist, jedoch durch Förderprogramme und Mentoren unterstützt werden muss. Ein Umdenken in der Bevölkerung kann nur durch Aufklärung stattfinden. Der deutsche Bürger versteht oftmals das komplexe System nicht und fühlt sich durch die „Fremden“ bedroht. Das wir mehr Facharbeiter benötigen wissen die meisten, sowie der Bedarf an Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Wie schon oben erwähnt, spielt in einem demokratischen System  der  Bildungsstandard eine wichtige Rolle, hierzu gehören ALLE Bürger des Landes. Je weniger Kinder geboren werden je größer ist die Besorgnis der Renten für die geburtenstarken Jahrgänge. Die Sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern sichern die Rentenausgaben. Deutschland ist offensichtlich auf Hilfen von außen angewiesen, deshalb sollten Migranten noch stärker integriert und sprachlich gefördert werden.

Integration erfordert ein Engagement in nahezu allen Lebensbereichen und von allen staatlichen Ebenen. Viele Bundesressorts, die Länder und vor allem die Kommunen, aber auch viele nichtstaatliche Akteure, bringen sich ein. Die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements ist bei der Zuwanderung von Flüchtlingen in den vergangenen Jahren in besonderer Weise deutlich geworden. Gelingende Integration fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt und steigert zugleich die Attraktivität unseres Landes für ausländische Fachkräfte.“

https://www.bmi.bund.de/DE/themen/heimat-integration/integration/integration-bedeutung/integration-bedeutung.html

Ein kompliziertes Thema. Der Deutsche Facharbeitermarkt ist etwas Besonderes. Viele Länder versuchen diesen zu kopieren. Allerdings ist er so in unser politisches und wirtschaftliches System integriert das dies nur sehr schwer möglich ist. Welche Wege können wir gehen um Ausbildungen wieder attraktiver zu vermarkten????

Katja Dunn „In Beratung Beruf“, www.bildung-berufsimpulse.com

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