Kinder und die Freude an Bildung im Sinne Platons


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09 Jan
09Jan

Schon mal etwas von der Paideia gehört? Sicherlich ist Euch dieser Begriff schonmal in der Schule oder in Ausbildung/Studium mal über den Weg gelaufen. Paideia bedeutet die Möglichkeit die ein Mensch sich nimmt, oder gar die Gelegenheit die er erfährt, seine Seele zur vervollkommnen. Eine durch freie Lebensführung, durch das Verlangen und der Hinwendung zu Wissen und Erkenntnis führt. Die wahre Einsicht hinter dem sinnlich erfassbaren. Also die Dinge erkennen wie sie wirklich sind, durch eigene Erfahrung und Bemühungen. NICHT durch andere erfahren, wie es in der Welt heute so oft getan wird. Bildung wie auch die Erkenntnis selber, kann nicht durch Abkürzungen erlangt werden. 

Was wollte Platon seiner Gesellschaft eigentlich mitteilen. Zählt seine Erkenntnis auch heute noch. Dazu möchte ich kurz wiederholen was wir von Platon wissen. 

"PLATON war ein griechischer Philosoph und wahrscheinlich der einflussreichste Denker der abendländischen Philosophie. Als Schüler von SOKRATES bekannte er sich zu der von SOKRATES gelehrten erkenntnistheoretischen Philosphie, insbesondere den ethischen Ansätzen, und zu den speziellen Lehrmethoden. Das fand Ausdruck in seinem Werk, einer Vielzahl von in („sokratischer“) Dialogform verfassten Schriftstücken, die zugleich die Hauptquelle für Informationen über das Leben und die philosophischen Lehren des SOKRATES sind.
PLATON ist besonders bekannt für die von ihm entwickelte „Ideenlehre“ und für seine Visionen vom „idealen Staat“. Er gründete mit der „Akademia“ die erste philosophische Universität Europas, die bis ins Jahr 529 n. Chr. bestand. PLATONs Lehren entfalteten ihre Wirkung über Jahrhunderte hinweg von der antiken Philosophie über das Christentum und die islamische Gedankenwelt des Mittelalters sowie die Renaissance bis hin in das 20. Jahrhundert." *


Ideen

Platons These zur Bildungstheorie von Ballauf (heutige Zeit) ist verbunden mit einem Emanzipationsgedanke bezüglich unserer eigenen Entwicklung. Der Mensch muss sich los reisen von den Fesseln des Gebundenseins. Es folgt ein Emanzipatorischer Gedanke. Die Loslösung der Fesseln der Gefangenen in der Höhle. Was stellt die Höhle dar? Was stellen die Fesseln dar? Die Höhle wird als unser soziales Umfeld bezeichnet, die Welt in der wir uns befinden und eine Welt an der wir teilhaben. Wir sehen Dinge wie sie uns vermittelt werden.  "Erlernen" oder prüfen wir unsere Realität nicht, könnnten wir uns mit Halbwahrheiten umgeben. Die Fesseln in Platons Höhlengleichnis stellen die Ideen dar an denen wir festhalten.  Die Lösung der Fesseln der Gefangenen in der Höhle stellt die Erkenntnis nach neuen Ideen und nach der Wahrheit dar. Platons Höhlengleichnis zeigt junge Menschen sitzend, starrend, angekettet in einer Höhle. Sie blicken auf Schatten an der Höhlenwand, projiziert durch ein Licht. Sie erkennen Gegenstände.  Ein junger Mensch reisst sich los, dreht sich um und sieht am Ende der Höhle, geblendet vom Licht, Menschen mit Gegenständen auf dem Kopf spazieren. Aus diesen geistigen, immateriellen Urbildern werden in der Realität Abbilder geformt. Der junge Mensch versucht den Weg aufwärts, man versucht ihn zurückzuhalten, das Licht blendet und doch arbeitet er sich nach oben. Mit Mühe und harter Arbeit schafft er es die Hindernisse und den Schmerz des Lichtes zu überwinden. Am Ausgang der Höhle erkennt er die Gegenstände auf den Köpfen, die Schönheit und die reine Wahrheit. Diese Urformen nennt Platon Ideen. Er ist voller Freude und möchte seinen Freude von der neuen Erkenntnis berichten. Die höchste Idee und letztes Prinzip ist die Idee des Guten. Eros ist für das Streben nach dem Guten die treibende Kraft. 

Er geht zurück und bittet das sie ihm aus der Höhle folgen, jedoch wird er ausgelacht, man versteht ihn nicht mehr. Schweren Herzens verlässt der junge Mensch die Höhle, die Distanz zwischen seiner Gruppe ist zu groß, seine Erkenntnis wird nicht angenommen. Er hat sich aufgrund seines Aufwandes Erkenntnis zu erlangen verändert, die Distanz zwischen seinem neuen Ich und dem Alten ist zu groß geworden um in seiner alten Welt zu verharren. Die Teilhabe am umfassenden Sein und der Bildung durch den Weg aus der Höhle. Der junge Mensch hat sich die Welt durch Denken und Arbeit erschlossen, jedoch war es erforderlich sein vorheriges Leben abzukehren und sich zur Sphäre der Wahrheit über den harten Weg hinzuwenden. Das Höhlengleichnis, stellt sinnbildlich den Aufstieg von der Realität zu den Ideen dar.

Der sogenannte Periagogischer Gedanke, also die Umwandlung/Abwendung von den Schatten hin zur Wahrheit stellt die Abkehrung als dem alten Leben dar. Der Drang nach Bildung und Wahrheit im heutigen Sinne wird von unserer Gesellschaft gefordert. Jedoch ist der Bildungsgedanke gesellschaftlich gesehen eher durch Erziehung erreichbar. Unsere Kinder werden in Schulen erzogen und gebildet, jedoch der Wille und Drang nach Bildung ist vom Verständnis her nicht die Vermittlung, es ist der Wunsch nach Wissen. Schulen und Eltern unterschätzen diese Inspiration, die Vermittlung ist zu einem Gesellschaftsauftrag geworden obwohl das Kind durch seine Natur und Kreativität hungrig für eigene Erfahrung ist. Es braucht diese Kreativität um seine Anlagen zu entwickeln. Wird es zu früh "trainiert" verliert es diesen Drang und die Freude am Erfahren und später an der Bildung. 

Wie können wir unserer Jugend dahingehend erziehen das sie aus innerer Motivation sich Wissen aneignen was es befreit? Müssen wir unser Schulsystem dahingehend ändern, das die Lehrer - Schüler Beziehung in einer Partnerschaft wächst anstatt in eine Hierarchie? Haben wir es verlernt Bildung als ein Geschenk der Freiheit zu betrachten und sind deshalb als Gesellschaft nicht in der Lage im Sinne Platons zu vermitteln? Viele Theoretiker in den letzten Jahrhunderten sprachen über die freie Erziehung die dem Kinde es ermöglicht, Bildung als das Erringen nach Wahrheit, Freiheit und Wissen zu sehen. Sich an den Dingen, der Welt und Natur zu erproben damit man durch eigene Erfahrung auf die Erziehung innerhalb der Gesellschaft besser vorbereitet ist und sich willentlich belehren lässt.  

Bildung befreit den Menschen von den Ketten der Befangenheit und Voreingenommenheit. Kehrt der Mensch zurück in sein alten Leben, so kehrt er zurück mit neuer Erkenntnis und Einsicht. 

Der Wunsch nach Bildung sind wir unserer jungen Generation schuldig. Bildung bringt Hoffnung - unsere junge Generation braucht diese Hoffnung in einer so unruhigen Welt wie die unsere. Bildung ist Zukunft - ein starker Zukunftsgedanke benötigt unsere junge Generation heute damit die treibende Kraft im inneren neue Ideen bringt, neue Ideen für die kommende Generation. 

*https://www.anderegg-web.ch/phil/platon.htm

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